Crowdfunding-Begriffe verständlich eingeordnet

Spende, Gegenleistung, Beteiligung und Darlehen führen zu unterschiedlichen Ansprüchen. Das Glossar erklärt die Begriffe hinter den Modellen und ihren Risiken.

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Crowdfunding

Crowdfunding ist ein Oberbegriff für die Finanzierung durch viele Unterstützer. Bei Spenden entsteht regelmäßig kein Rückzahlungsanspruch; Gegenleistungsmodelle versprechen etwa ein Produkt. Beteiligungen und Darlehen geben dagegen unterschiedliche wirtschaftliche Rechte. Der Modellvergleich beginnt deshalb mit der Frage, was der Beitrag rechtlich erwirbt, und erst danach mit einer möglichen Rendite. Der Vergleich der Crowdfunding-Modelle hilft, diese unterschiedlichen Gegenleistungen auseinanderzuhalten.

Crowdlending

Viele Anleger finanzieren Darlehen. Ein vertraglicher Zinsanspruch bedeutet noch nicht, dass der Schuldner zahlen kann.

Zinseszins

Bereits erzielte Erträge werden erneut angelegt. Wartezeiten und fehlende Wiederanlagemöglichkeiten verändern die tatsächliche Entwicklung. Im Zinseszins-Szenario wird sichtbar, wie Wiederanlage und Laufzeit zusammenwirken.

Sparquote

Anteil des Nettoeinkommens, der nach den Ausgaben übrig bleibt.

Liquidität

Möglichkeit, eine Position in verfügbares Geld umzuwandeln. Ein Verkauf kann Zeit brauchen oder nur mit Abschlag gelingen.

Diversifikation

Diversifikation verteilt das Kapital auf verschiedene wirtschaftliche Risiken. Ein Katalog mit vielen Marken kann dennoch mehrere Anbieter derselben Unternehmensgruppe enthalten. Auch unterschiedliche Projekte können am selben Immobilienmarkt oder Abnehmer hängen. Prüfen Sie diese Verbindungen, bevor Sie aus der bloßen Zahl der Positionen auf eine gute Streuung schließen.

Ausfallquote

Eine Ausfallquote zählt definierte Ausfälle im Verhältnis zu einer festgelegten Grundgesamtheit. Angaben nach Kreditanzahl und nach Kapitalvolumen beantworten verschiedene Fragen. Für den Plattformvergleich gehören Zeitraum, Ausfallauslöser und Behandlung abgeschlossener Kredite dazu. Ein noch junger Anbieter hat außerdem weniger Zeit gehabt, problematische Kreditjahrgänge zu entwickeln. Ein Kreditausfall-Szenario zeigt, wie Ausfälle und spätere Rückflüsse getrennt auf das Ergebnis wirken.

Zahlungsverzug

Eine fällige Leistung ist noch nicht eingegangen. Ein Verzug kann später ausgeglichen werden und ist nicht automatisch ein Totalverlust.

Rückgewinnungsquote

Die Rückgewinnungsquote zeigt, welcher Anteil ausgefallener Forderungen später zurückkommt. Sie kann brutto oder nach Kosten berechnet werden. Achten Sie auch auf offene Verfahren: Nur erfolgreich abgeschlossene Fälle zu zählen würde die Erfolgsaussichten verzerren. Das Warten auf einen Rückfluss verursacht zusätzlich einen wirtschaftlichen Zeitverlust.

Endgültiger Verlust

Nicht zurückerhaltener Teil einer Forderung nach Berücksichtigung der Rückflüsse. Offene Verfahren sind noch kein gesichertes Endergebnis.

Sicherheit

Eine Sicherheit erweitert die Möglichkeiten eines Gläubigers, seine Forderung durchzusetzen. Immobilien, Forderungsabtretungen und Bürgschaften wirken unterschiedlich. Für den Modellvergleich zählt daher nicht nur, ob eine Sicherheit erwähnt wird, sondern wer sie hält, welchen Rang sie hat und ob nach Verwertung noch genug Geld für die eigene Forderung bleibt. Bei Immobilien-Crowdfunding-Plattformen lohnt sich deshalb der Blick auf Besicherung und Rang des einzelnen Projekts.

Beleihungsauslauf / LTV

Der Beleihungsauslauf setzt einen Kreditbetrag zu einem angesetzten Sicherheitenwert ins Verhältnis. Bei 80.000 Euro Darlehen und 100.000 Euro Objektwert liegt er bei 80 %. Sinkt der verwertbare Wert auf 75.000 Euro, reicht das Objekt schon vor Kosten nicht mehr für die vollständige Tilgung. Eine Prognose des fertigen Projekts ist deshalb nicht mit einem heutigen Verkaufswert gleichzusetzen.

Nachrang

Nachrang bedeutet, dass bestimmte andere Ansprüche vor der eigenen Forderung bedient werden. Bei einem qualifizierten Nachrang können vertragliche Zahlungssperren bereits vor einem Insolvenzverfahren greifen. Die genaue Wirkung hängt von der Klausel und dem anwendbaren Recht ab. Ein höherer Zins ist die angebotene Vergütung für ein Risiko, keine Kompensation, die im Verlustfall sicher ausgezahlt wird.

Beteiligung

Kapitalposition mit unternehmerischem Ergebnisrisiko. Ausschüttungen oder Verkaufserlöse hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Die Einordnung von Crowdinvesting und seinen Risiken erläutert, wie sich Beteiligungen von Darlehen unterscheiden.

Projektgesellschaft

Die Projektgesellschaft organisiert ein einzelnes Vorhaben oder hält dessen Vermögenswerte. Anleger können Gläubiger oder Gesellschafter dieser Einheit werden. Lesen Sie deshalb nicht nur die Projektbeschreibung, sondern auch die Verbindungen zu Betreiber und Muttergesellschaft. Weitere Schulden und interne Verträge können bestimmen, wie viel von einem Verkaufserlös tatsächlich beim Anleger ankommt.

Zweitmarkt

Handelsmöglichkeit für bestehende Positionen. Ein Marktangebot verspricht weder sofortige Käufer noch einen festen Verkaufspreis.

Interner Zinsfuß

Der interne Zinsfuß berücksichtigt neben der Höhe auch die Reihenfolge und Zeitpunkte von Zahlungen. Für Angebote mit unterschiedlichen Ausschüttungen ist er oft aussagekräftiger als ein bloßer Gesamtgewinn. Er bleibt jedoch abhängig von den Eingaben: Eine Zielrendite mit geplanten Erlösen ist kein erzieltes Ergebnis. Bei unregelmäßigen Daten sollte eine datumsgenaue Berechnung verwendet werden.

Gebühren

Kosten für Zugang, Verwaltung oder Transaktionen. Die Übersicht zu Crowdfunding-Gebühren zeigt, wie sich einzelne Kosten auf einen konkreten Anlagebetrag beziehen.

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